Ich bin Sanjay.

Ich bin Spezialitätenkoch aus Indien. Ich spreche Punjabi, fließend Hindi und sehr gutes Englisch.

Die Stellenanzeige als Koch für indische Spezialitäten in Deutschland fand ich auf Facebook. Gute Bezahlung, Verpflegung und Unterkunft inklusive – das hörte sich gut an!

Meine Familie nahm einen Kredit auf, damit ich die Kochprüfung in Indien machen und nach Deutschland kommen konnte.

Der Restaurantmanager holte mich vom Flughafen ab und brachte mich zu meiner Unterkunft. Aber als ich ankam, war ich schockiert: 18 Männer in 3 Zimmern und nur ein Badezimmer!

Am nächsten Tag sollte ich anfangen zu arbeiten.

Ich hatte keinen Vertrag, aber ich dachte, ich würde bald einen bekommen. Ich arbeitete 12 bis 14 Stunden täglich, an 6 Tagen die Woche. Am Anfang bekam ich Lohn, aber es war weniger als vereinbart.

Jedes Mal, wenn ich nach meinem Vertrag und dem Aufenthaltstitel fragte, wurde die Stimmung am Arbeitsplatz schlechter. Im nächsten Monat bekam ich keinen Lohn, aber ich traute mich nicht nachzufragen. Der Manager hatte anderen Kollegen gedroht, sie den Behörden zu melden.

Auch im nächsten Monat bekam ich kein Geld!

Ich war verzweifelt und fragte einen Freund, der auch in Deutschland gearbeitet hatte. Er riet mir, zu einer Beratungsstelle für Migranten zu gehen.